AKV: Orden wider den tierischen Ernst 2027 geht an Hape Kerkeling
15.09.2026 - Hape Kerkeling erhält den Orden wider den tierischen Ernst 2027 und wird 77. Ordensritter des Aachener Karnevalsvereins gegr. 1859 e.V. (AKV). Die Verleihung erfolgt am 23. Januar 2027 im Aachener Eurogress, eine Aufzeichnung wird am 25. Januar 2027 im Ersten zu sehen sein.
Ausgezeichnet wird Hape Kerkeling nicht allein für sein künstlerisches Lebenswerk, sondern auch für seinen Beitrag zu einer offenen, demokratischen Gesellschaft. Die Laudatio hält seine Vorgängerin Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt. „Hape Kerkeling ist eine der prägenden Persönlichkeiten des deutschen Kultur- und Unterhaltungslebens“, sagt AKV-Präsident Dr. Andre Freese. „Wir freuen uns sehr, dass er unser Jubiläumsritter wird.“
7 mal 11 Jahre Orden wider den tierischen Ernst feiert der AKV in der kommenden Session – ein wahrhaft närrisches Jubiläum. Hape Kerkelings Humor sei an Vielseitigkeit nicht zu übertreffen, ergänzt Dr. Andre Freese: „Freundlich, absurd, satirisch und manchmal überraschend melancholisch.“ Dass der designierte Ritter sich immer wieder unmissverständlich gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus positioniere, habe den AKV-Elferrat tief beeindruckt, so der AKV-Präsident weiter.
„Demokratie lebt vom Mut derjenigen, die ihr öffentlich eine Stimme geben. Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten schärfer, verletzender und unversöhnlicher geworden sind, beweist Hape Kerkeling klare Haltung“, so Andre Freese. „Mit einer glaubwürdigen Klarheit, die aus persönlicher Überzeugung entsteht, erinnert er uns daran, dass Menschenwürde nicht verhandelbar ist."
Auch beim WDR begrüßt man die Wahl des AKV-Ritters: „Der WDR freut sich ganz besonders, dass mit Hape Kerkeling ein Künstler als 77. Ritter des Ordens wider den tierischen Ernst geehrt wird, der wie kaum ein anderer für Haltung, intelligenten Humor, und die Fähigkeit steht, mit einem Augenzwinkern den Blick auf unsere Welt zu schärfen“, sagt Karin Kuhn, die für Unterhaltung verantwortliche WDR-Programmbereichsleiterin.
Hape Kerkeling, 1964 in Recklinghausen geboren, hält seit nunmehr vier Jahrzehnten unserer Gesellschaft den Spiegel vor: präzise beobachtend, aber nie bösartig. Geradezu liebevoll parodiert der Komiker, Autor, Schauspieler und Moderator besonders deutsche Eigenheiten, Provinzialität und Fernsehkultur. „Ich kenne den Orden wider den tierischen Ernst schon seit meiner Kindheit, der wurde zu Hause immer geguckt“, sagt Hape Kerkeling. „Im kommenden Januar selbst in den Aachener Narrenkäfig zu steigen und diese Ehrung anzunehmen, ist außergewöhnlich. Darauf freue ich mich riesig!“
In den 1980er Jahren, mit gerade einmal Anfang 20, war er bereits einem größeren Fernsehpublikum bekannt – vor allem durch seine eigene Sendung „Känguru“. Seine Kunstfiguren wie Horst Schlämmer, Siegfried Schwäbli oder Uschi Blum erhielten Kultstatus. Als Autor, Regisseur und Darsteller inszenierte er erfolgreiche Kino- und Fernsehfilme. „Ich bin dann mal weg“, sein Reisebericht über eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg, wurde zum erfolgreichsten Sachbuch der Nachkriegsgeschichte.
Der Orden wider den tierischen Ernst würdigt seit 1950 Persönlichkeiten, die mit Humor und Menschlichkeit Brücken bauen – zwischen Politik und Gesellschaft, Ernst und Heiterkeit. Zu den Vorgängern Hape Kerkelings zählen unter anderem Konrad Adenauer, Helmut Schmidt, Hans-Dietrich Genscher, Johannes Rau, Heide Simonis, Gloria von Thurn und Taxis, Friedrich Merz, Cem Özdemir, Julia Klöckner, Annalena Baerbock, Armin Laschet und Lars Klingbeil. Aus der Kultur haben unter anderem Mario Adorf und Iris Berben die Aachener Ritterwürde erhalten.
(Text: Kolja Linden)
PS: Der Bericht erscheint erst jetzt, weil die Redaktion von „Oche Alaaf“ aus gesundheitlichen Gründen nicht besetzt war.
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