AKV: Lars Klingbeil ist Ritter des Ordens wider den tierischen Ernst
22.02.2025 - Das Schlussbild war das Bild des Abends beim Orden wider den tierischen Ernst 2025 in Aachen. Fünf politische Farben auf der Bühne vereint, gemeinsam singend und ein Zeichen für Verständigung setzend: An der Gitarre der frischgebackene Ritter Lars Klingbeil (SPD), daneben die Ritter Gregor Gysi (Die Linke) und Laudator Daniel Günther (CDU), in ihrer Mitte die Rednerinnen Mona Neubaur (Grüne) und Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP). Der Lohn: stehende Ovationen für den Höhepunkt einer unterhaltsamen Festsitzung, in der Lars Klingbeil als 75. Ritter des Ordens wider den tierischen Ernst ausgezeichnet wurde.
Kaum hatte der SPD-Vorsitzende sich am Samstagabend mit einer hervorragenden Rede bedankt, waren die fünf auf der Bühne im Aachener Eurogress zusammengekommen, um zu den Klängen von Helene Fischers größtem Hit gemeinsam Stellung zu beziehen: „Atemlos, wie
noch nie, kämpfen wir für Demokratie“. Als würdigen Ordensträger, der bewiesen habe, worauf es beim Orden wider den tierischen Ernst ankomme, hatte Laudator Daniel Günther zuvor den neuen Ritter gepriesen: „Dass man über sich selbst lachen kann, nicht alles so persönlich und ernst nimmt.“
Genau das bewies Lars Klingbeil mit seiner fulminanten Ritterrede im Narrenkäfig. Ob Merz, ob Söder, ob Lindner, Habeck, Scholz oder er selbst: Alle bekamen ihr Fett weg in einer pointen- reichen Rede, die immer wieder von Lachen und Applaus unterbrochen wurde. Ein Ritter mit Humor, Spontaneität und Selbstironie – darum hatte der AKV ihn ausgewählt. „Ob Gitarre oder Ukulele, er findet immer den richtigen Ton“, sagte AKV-Präsident, der gemeinsam mit Moderatorin Sabine Heinrich durch das Programm führte. „Immer wieder gelingt es Lars Klingbeil, den manchmal etwas faden Politikbetrieb mit treffsicheren Kommentaren und Pointen zu würzen“, führte Wolfgang Hyrenbach aus.
Mehr als vier Stunden lang hatten er und Sabine Heinrich durch ein vielseitiges Programm aus Öcher Flair, Musik, Witz und politischer Scharfzüngigkeit geführt. Das Motto: „75 Jahre Orden wider den tierischen Ernst – Ein Käfig voller Narren“. 75 Jahre, die gleich zu Sitzungsbeginn mit einem echten Spektakel gefeiert wurden – die explosive Tanzshow von T´n´Boom und dem Travestiekünstler Ken Reise alias Julie Voyage ließ siebeneinhalb Jahrzehnte und 75 Ritterinnen und Ritter Revue passieren.
Erstmals dabei waren Comedian Matze Knop und Comedienne Anissa Loucif. Wie sie feierte auch Kabarettist Wolfgang Trepper als Kaiser Karl eine hervorragende Premiere. Musikalische Höhepunkte lieferten u.a. die 4 Amigos. Diese brachten ebenso ganz viel Öcher Flair auf die Bühne wie Lambertz-Ehrenpreisträgerin Sara Giesen (KG Eulenspiegel) und die Kinder und Jugendlichen des AKC Royal, die den Zentis-Kinderpreis abräumten. Apropos „royal“: Glänzend war der gemeinsame Auftritt von Prinz Serkan I. und Märchenprinz Julian I. mit ihren Prinzengarden sowie dem Tanzpaar der Prinzengarde der Stadt Aachen.
Abgerundet wurde das bunte Programm vom AKV-Ballett und der Simmerather Kapelle Vennomenal. Der Öcher Karneval bringt Menschen zusammen, um gemeinsam und miteinander zu lachen – über alle Unterschiede und verschiedenen Ansichten hinweg. Seine verbindende Kraft ist im Eurogress einmal mehr deutlich geworden. Ein Käfig voller Narren – egal welcher Couleur: Es geht auch gut gemeinsam!
Das letzte Wort gehörte natürlich dem Ritter. Es war eine Liebeserklärung an Aachen und den Orden wider den tierischen Ernst: „Ich habe hier so schöne Traditionen erlebt, glückliche Menschen, ich musste komisches Wasser trinken, das echt übel geschmeckt hat. Und Aachen, ihr habt mich sogar zum Tanzen gebracht. Und das schafft sonst niemand.“
Weitere Informationen:
(Text: Kolja Linden)
PS: Die 75. Ordensverleihung fand Anfang Februar statt. Die oche-alaaf-Redaktion war wegen Krankheit nicht besetzt. Der Artikel wird der Vollständigkeit halber heute veröffentlicht.
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