Julia Klöckner: „Ich weiß diesen Preis sehr zu schätzen!“

13.07.2018 - Julia Klöckner wird die Jubiläumsritterin des „Ordens wider den tierischen Ernst“. Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft erhält am Samstag, 16. Februar 2019, die Auszeichnung, die im Jahr des 160-jährigen Bestehens des Aachener Karnevalsvereins (AKV) zum 70. Mal verliehen wird.

Gewürdigt wird Julia Klöckner als verlässliche Verfechterin des Brauchtums Karneval, vor allem aber auch als gradlinige und meinungsstarke Politikerin, die Humor und Menschlichkeit mit ihrer Amtsführung verbindet. Im Interview mit dem AKV verrät sie, wo sie sich Tipps holt und worauf sie sich freut.


Mit dem „Orden wider den tierischen Ernst“ werden Humor und Menschlichkeit im Amt ausgezeichnet. Was verbinden Sie ganz persönlich damit?

Julia Klöckner
: Wir sprechen hier von einem wahren Kulturpreis mit langer Tradition. Gerade in ernsten Zeiten tut Humor gut. Deshalb schätze ich den Umgang in Aachen: anständig, respektvoll und fair mit sich selbst und anderen, das macht die Sitzung 'Wider den tierischen Ernst' aus. Das ist eine ganz besondere Auszeichnung - ich fühle mich sehr geehrt und freue mich, dass Humor in der Politik und von Politikerin wertgeschätzt wird. Denn eine gewisse wohlwollende Leichtigkeit im Umgang gepaart mit Ernsthaftigkeit in der Sache tut uns allen im Alltag gut. Die Auszeichnung mit dem 'Orden wider den tierischen Ernst' ist für mich etwas ganz Besonderes, habe ich ihn doch früher schon als Kind zusammen mit meinen Eltern im Fernsehen verfolgt. Wie schade, dass mein Vater, der leider im Mai diesen Jahres verstorben ist, das nicht mehr miterleben kann. Ich glaube, er wäre mächtig stolz.

Was macht für Sie den besonderen Reiz des Karnevals aus?

Julia Klöckner
: Karneval, Fastnacht und Fasching blicken auf alles mit einem Augenzwinkern, das ist wichtig und macht die fünfte Jahreszeit so liebenswert.

Sie sind schon zweimal in Aachen aufgetreten. Was wird diesmal anders?

Julia Klöckner
: Diesmal ist die Situation eine komplett andere. Ich wechsele ja quasi die Seiten. Bisher habe ich Vorträge gehalten, wurde aber nicht mit dem Orden ausgezeichnet. Nun bin ich diejenige, über die ein Vortrag gehalten wird und die in den Käfig steigt. Das Gefühl, sich in die Liste derer einreihen zu dürfen, die auf Lebenszeit „Ordensritter des Ordens wider den tierischen Ernst“ sind - da kriegt man schon Gänsehaut. Ich weiß diesen Preis sehr zu schätzen!“

Sie sind der Mainzer Fastnacht eng verbunden. Wo liegen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Vergleich mit Aachen?

Julia Klöckner
: Jede Region nach ihrer Façon. Hauptsache gesellig und unterhaltend – ohne unter die Gürtellinie zu gehen. Da wird parteiübergreifend gelacht und geschunkelt. Dabei ist es wichtig, dass Karneval und Fastnacht frei von irgendwelchen Zwängen bleiben. Unterschiede gibt es sicher in den Liedern, im Dialekt, in der Kostümierung und in den inhaltlichen Schwerpunkten. Am Ende ist wichtig, dass das Publikum unbeschwerte Stunden hat und die Fastnacht uns zusammen bringt.

In Berlin treffen Sie regelmäßig Amtsvorgängerinnen und -vorgänger des „Ordens wider den tierischen Ernst“. Werden Sie sich da austauschen oder das Gespräch suchen?

Julia Klöckner
: Davon können Sie ausgehen. Den einen oder anderen Tipp werde ich sicher bekommen (lacht). Ich frage schon mal unsere CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, was ich als Ritterin zu beachten habe. 2015 erhielt sie ja den Orden.

Gibt es etwas in Aachen, worauf Sie sich ganz besonders freuen?

Julia Klöckner
: Klar, da gibt es etwas: In Aachen habe ich noch nie jemanden getroffen, der schnell beleidigt war, weil er auf den Arm genommen wurde - vielmehr lacht man gemeinsam. Dass wir gemeinsam nach der Sitzung noch zusammen bleiben und am nächsten Morgen beim Katerfrühstück den Abend noch einmal Revue passieren lassen ... Deshalb komme ich immer wieder gerne zum AKV.


Das Interview führte Kolja Linden.



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