Prinz Axel II.: Ich ben ene Jong ussem Leäve

11.02.2015 - Er trägt ein Prinzenkostüm in den Stadtfarben, liebt den Reitsport, mullt Öcher Platt, und ist mit seinem Hofstaat „Met Prente, Peäd än Öcher Platt“ unterwegs. 240 Auftritte stehen seit der Proklamation am 9. Januar bis Aschermittwoch auf dem närrischen Fahrplan des Aachener Narrenherrschers Prinz Axel II. Seine bodenständige, volksnahe Art tut dem Karneval gut. oche-alaaf.com sprach mit dem Öcher Prinzen.


Axel, wie verläuft die Session?

Axel II.: Wir wollen einfach wir sein, echt bleiben. Wir sind zwölf verschiedene Charaktere, wie überall im Alltag. Wir möchten einen bodenständigen und volksnahen Karneval, freuen uns, wenn sich die Leute in den Sälen und auf der Straße mit uns freuen. Als erster Prinz nach Bekanntgabe des Fastelovvends als immaterielles Weltkulturerbe sehe ich mich der Tradition des Brauchtums besonders verpflichtet. Und dazu gehört unbedingt unsere Mundart, das Öcher Platt.

Das Spektrum Deiner närrischen Termine ist breit. Welche Unterscheide gibt es?

Axel II: Bei Auftritten in der Stadtpuppenbühne Öcher Schängche oder bei den Frohen Jakobinern fühle ich mich als Jakobiner natürlich wie zuhause. Wir werden überall sehr herzlich empfangen, ob beim Kneipenkarneval, in den großen Sälen oder zum Beispiel bei den Volleyballerinnen der Ladies in Black. Schade war, dass wir nicht beim Rekordspiel von Alemannia Aachen gegen Rot-Weiß Essen dabei waren. Das hat uns als treuen Alemannia Fans sehr leid getan. Der Fettdonnerstag und der Rosenmontag sind natürlich große Tage, an denen wir Spaß wie an den anderen Terminen haben und uns freuen, möglichst viele Jecken zu begeistern. Ob vor 20 oder 1000 Leuten, wir haben alle ein Ziel: Karneval zu feiern.

Was ist das Schönste daran, Prinz zu sein?

Axel II.: Die Freude, die man spürt, wenn in einem Saal der Prinz angekündigt wird, wir die Bühne betreten und uns diese Herzlichkeit der Menschen begegnet. Dafür lohnt sich jede Mühe.

Wie lautet Dein Fazit vor den tollen Tagen?

Axel II.: Wir haben Spaß bei und zwischen den Auftritten. Uns ist es gelungen, in Aachen positiv aufzufallen. Uns ist wichtig, dass diese Freude nicht gekünstelt ist. Wir sind schließlich keine karnevalistischen Profis, sondern alles Amateure mit viel Herzblut für den Karneval. Auch wenn nicht immer alles einfach ist, was im Hintergrund abläuft – für die Freude und den Spaß mit all den jecken Leuten würde ich jedes Jahr wieder Prinz werden wollen. Mit meinem Hofstaat aus Familie, Freunden und Stadtreiterkollegen unterwegs zu sein ist einfach einmalig.

Werden wir Euren Hit „Winke, winke“ auch nach der Session hören können, zum Beispiel beim CHIO oder der Reit-Europameisterschaft?

Axel II.: Dass dieses Lied zu einem solchen Selbstläufer wird, dass mittlerweile jeder bei einem Auftritt darauf wartet, das hätten wir nicht gedacht. Wir haben sogar die Anfrage, damit bei einem Musical mitzuwirken. Wenn man uns fragt, hätten wir auf jeden Fall Lust und Laune, auch im Rahmenprogramm der großen Reitsportereignisse in diesem Jahr dabei zu sein.


Das Interview führte Nina Krüssmann



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