Meinolf Bauschulte: „Die Jonge wollen noch mal richtig Gas geben!“

Der Arrangeur und Musikproduzent Meinolf Bauschulte ist Gründungsmitglied der „Jonge vajjen Beverau" (JvB) und begleitet die beliebte Gesangsgruppe musikalisch seit der Hofstaatzeit von Prinz Hanns I. Bittmann in der Session 2000/2001. oche-alaaf.com sprach mit dem 57-jährigen über die Arbeit an der neuen CD der „Jonge vajjen Beverau".


Herr Bauschulte, die Jonge vajjen Beverau machen nach elf Jahren närrischer Karriere Aschermittwoch 2012 Schluss. Was ist der Grund bzw. die Initialzündung für die vierte CD der „Jonge"?

Bauschulte: Die „Jonge" wollen einfach noch einmal richtig Gas geben, wie sie das immer getan haben, und sich mit einem Paukenschlag von Aachens Bühnen verabschieden. Obwohl es die letzte Session sein wird, wollten sie unbedingt auch neue Lieder singen. Deshalb haben wir uns frühzeitig zusammengesetzt, um das Ganze zu planen.

Nach welchen Gesichtspunkten wurden die Titel ausgewählt?

Bauschulte: Die Lieder müssen zuerst einmal zu den „Jonge" passen und stilistisch eine Abwechslung darstellen. Zusätzlich muss alles natürlich auch gesanglich realisierbar sein. Ein zusätzlicher wichtiger Gesichtspunkt ist für die „Jonge" seit elf Jahren, ein Lied nicht einfach umzutexten und zu singen, sondern auch die Original-Autoren um Erlaubnis zu fragen. Das ist nicht nur eine Frage des Urheberrechts und von daher ein Muss, sondern auch des vernünftigen Umgangs miteinander.

War es schwer, die Genehmigungen zu erhalten?

Bauschulte: Bei dieser CD überhaupt nicht, obwohl wir in der Vergangenheit hin und wieder die ein oder andere Absage bekommen haben. Die größte Enttäuschung war für mich einmal eine kategorische Absage des Verlags der Toten Hosen. Es ging nicht um die Qualität des Textes. Es bestand einfach kein Interesse, das soziale Engagement der „Jonge" zu unterstützen. Da gab es keine Gesprächsbereitschaft. Seit dieser Zeit haben die Toten Hosen keinen Fan mehr bei den „Jonge", was vorher ganz anders aussah. Bei der neuen CD bekamen wir z. B. besondere Anerkennung und Genehmigung vom Chef der früheren Klostertaler Markus Wolfahrt.

Was bekommt der Öcher Karnevalsfan, wenn er die CD kauft?

Bauschulte: Er bekommt, wie gesagt, einige neue Titel, ein paar bekannte Hits in völlig neuem Gewand und ein Medley vajjen Beverau "remastered" in völlig neuem Glanz.

Unterstützt wurden die Jonge bei den Aufnahmen von Freunden aus der Nachbarschaft!

Bauschulte: Das ist richtig. In Erinnerung an den ersten Fernsehauftritt beim Aachener Karnevals Verein (AKV) gemeinsam mit Capella-A-Capella sollte die neue Version natürlich so klingen. Capella-A-Capella haben begeistert mitgemacht. Ein besonderes Bonbon ist auch der "Mathildeblues", gesungen von unserem Freund Jupp Ebert, unterstützt von einigen Vorstandsmitgliedern: Albrecht Peltzer an der Gitarre, Dr. Wolfgang Herff spielt Geige und unser OB Marcel Philipp leitet den Blues ein.

Sie sind Mitbegründer der „Jonge" und des Vereins „Nele und Hanns Bittmann e.V.". Hat sich bei der finalen Produktion so etwas wie Wehmut breitgemacht?

Bauschulte: Das bleibt nicht aus, zumal bei einigen Liedern, die neu produziert wurden, natürlich auch noch Gesangsspuren von Hanns Bittmann vorlagen. Wir haben uns entschieden, ihn bei den neuen Liedern zwar nicht solistisch in Erscheinung treten zu lassen, er ist aber trotzdem dabei. Die ihn gekannt haben, werden ihn im Chor hier und da erkennen. Er hätte sicher gern mitgemacht.

Die „Jonge" haben in ihrer elfjährigen Karriere rund 60 Titel im Studio aufgenommen. Welche Pläne haben sie mit dem Gesamtrepertoir der Gruppe nach Aschermittwoch?

Bauschulte: Darüber wurde noch nicht entschieden. Aber wir werden sicher - gemeinsam mit den Produzenten der jeweiligen CDs, die an solchen Entscheidungen beteiligt werden müssen - eine gute Lösung für den Verein und für die Zukunft finden.

Die JvB gehen in den närrischen Ruhestand, bleiben aber dem Verein treu. Mit den „Jonge" fällt dem Verein eine wichtige Säule weg. Kann dies kompensiert werden?

Bauschulte: Die „Jonge" haben ihren Ausstieg gut gewählt. Sie waren zwar immer eine wichtige Säule des Vereins, haben aber gleichzeitig dafür gesorgt, dass der Verein auch über den Karneval hinaus große Akzeptanz gefunden hat. Wir sind durch die Erfahrung der letzten beiden Jahre überzeugt, dass auch nach ihrem karnevalistischen Engagement die Spenden nicht versiegen werden. Dafür werden sie sich im Verein auch weiterhin tatkräftig einsetzen.

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