Wilfried Alt: Zurück nach sieben Jahren närrischem Ruhestand

Nach zwei emotionalen Mitgliederversammlungen der Ersten Großen Brander KG (EGB) auf des Messers Schneide stand, wurde Wilfried Alt im Frühjahr 2011 zum Vorsitzenden gewählt, deren Präsident er von 1976 bis 2004 war. Oche-alaaf.com sprach mit Wilfried Alt, dessen Vater Walter Alt und Großvater Wilhelm Alt Gründungsmitglieder waren.


Herr Alt, wie würden Sie die Ereignisse umschreiben, die den Aufschwung bei der EGB spürbar machen?

Alt: Es scheint ja allgemein bekannt zu sein, dass wir in den letzten Jahren interne Probleme hatten, die sich auch negativ auf das Image des Vereins ausgewirkt haben. Wir haben einen neuen Weg gefunden, diese Lücke wieder zu füllen, indem wir im Frühjahr 2011 einen neuen Vorstand gewählt haben. Meine Zielsetzung als Vorsitzender ist, den Verein wieder dahin zu bringen, wo er hingehört, zumindest im oberen Level der Aachener Karnevalsvereine mitzuspielen, wie in vielen Jahrzehnten zuvor.

Wie steht der Verein aus Ihrer Sicht derzeit da?

Alt: Die Vorbereitungen für die neue Session sind fast abgeschlossen. Natürlich muss man sich als neuer Vorstand mit vielen Dingen auseinandersetzen, die einem nicht so liegen, aber das gehört zum täglichen Geschäft eines Vorstandsmitgliedes dazu. Darüber hinaus wollen wir unsere bisherigen Kontakte verstärkt pflegen und ausbauen. Wir werden künftig auf unsere Kinder- und Jugendarbeit, die über Jahrzehnte unser Kerngeschäft war und das in den letzten Jahren leider auch gelitten hat, wieder verstärkt unser Hauptaugenmerk legen und wieder zu dem machen, was sie einmal war. In den letzten Jahren hat de EGB ihre Außenpräsenz zurückgefahren. Auch hier werden wir entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen. So denken wir darüber nach, spätestens in der Session 2013/2014 unsere Präsenz mit einer zusätzlichen Veranstaltung zu forcieren. Tot gesagte leben bekanntlich länger und die EBG ist sehr lebendig.

In der vergangenen Session haben intern wie extern ausgetragene atmosphärische Störungen dem Verein nachhaltig geschadet.

Alt: Das stimmt! Ich denke schon, dass der entstandene Imageschaden beseitigt werden kann. Wir müssen alle im Kollektiv daran arbeiten und deshalb sind wir ja mit einem neu formierten Vorstand angetreten und krempeln die Ärmel hoch. Wir müssen die Strukturen im Verein nochmals überprüfen und immer wieder daran arbeiten, sie den jeweiligen Erfordernissen anzupassen . Eine einmalige Richtungskorrektur bringt uns auf Dauer nicht weiter. Wir wollen in jedem Fall unsere Kontakte in den Brander Stadtbezirk und zu den Brander Vereinen wiederbeleben und intensiv pflegen. Vor allem wollen wir offen miteinander reden. Offen heißt, dass interne Probleme vereinsintern geklärt werden und nicht in der Öffentlichkeit ausgetragen werden, was in der Vergangenheit leider öfters geschehen ist. Hier appelliere ich an alle unsere Mitglieder, immer die Interessen des Vereins zu wahren und nach außen zu vertreten. Wir wollen außerdem die Qualität unserer Veranstaltungen verbessern; hierfür sind die Grundsteine gelegt. Mit unserer überarbeiteten närrischen Nachwuchsförderung und daraus hoffentlich resultierenden Erfolgen werden wir die Erste Große Brander KG wieder bestens in der Öffentlichkeit darstellen können. Als neuer Vorsitzender bin für jeden innerhalb und außerhalb des Vereins ansprechbar. Eines der Hauptanliegen des neuen Vorstands ist, dass wir alle offen und ehrlich miteinander umgehen werden. Die EGB ist ein guter Verein mit motivierten und engagierten Mitgliedern und es ist sehr schade, dass durch wenige Personen ein großer Schaden angerichtet werden konnte.

Herr Alt, was war der Grund, dass sie ihren närrischen Ruhestand unterbrochen haben und wieder ans Steuerrad gegangen sind?

Alt: Die EBG ist die Herzensangelegenheit der Familie Alt und es tat mir weh, dass das Narrenschiff Erste Große Brander scheinbar auf Grund gelaufen war. Ich bin definitiv nicht mit dem Gedanken zur Mitgliederversammlung gegangen, wieder ein Amt zur übernehmen. Aus dem Bauch heraus hatte ich aber das Gefühl, zumindest durch meine Aktivitäten dazu beitragen zu müssen, dass Schiff wieder in die richtige Richtung zu bringen. Hierin liegt meine Hauptmotivation, wieder an Bord zu gehen und das Amt des Vorsitzenden zu übernehmen.

Seit den beiden Mitgliederversammlungen und den Neuwahlen ist in Ihrem Verein eine Art Aufbruchstimmung zu spüren?

Alt: Für mich ist das ein positives Zeichen. Seit dem wir jetzt seit einigen Wochen im Amt sind, können wir uns über die Aktivitäten und das Engagement der Mitglieder und der Verantwortlichen nicht beschweren. Die Informations- und Kommunikationswege innerhalb des Vereins sind kürzer und damit schneller geworden. Die Mitglieder zeigen eindrucksvoll, dass sie an einer Verbesserung der Allgemeinsituation absolut interessiert sind. Über solch positive Impulse freue ich mich und das spornt alle im Verein an. Wichtig ist auch, dass die Arbeit des Vorstandes dem Gesamtverein gegenüber transparent dargestellt wird. Erfahrene und langjährige Mitglieder müssen in die Verantwortung genommen werden. Zur Verantwortung gehört aber auch, dass man ihnen Aufgaben überträgt und sie mit den entsprechenden sachbezogenen Kompetenzen ausstattet, damit sie die Aufgaben erledigen können.

Stichwort: Zusammenarbeit mit ortsansässigen Karnevalsvereinen.

Alt: Als Brander Verein können und wollen wir uns in keinem Fall ausschließen. Es ist für uns eine Verpflichtung, mit den Brander Karnevalsvereinen und mit den nicht karnevalistischen Vereinen im Stadtbezirk gut zusammen zu arbeiten. Auch wenn die Interessenlage jedes Einzelnen im Detail eventuell unterschiedlich sein kann, werden wir offen sein und immer wieder gemeinsam nach Kompromissen suchen, damit wir unseren Stadtbezirk Aachen-Brand so in den Vordergrund rücken, wie wir es gerne hätten und wie es dem Stadtbezirk zusteht. Ich möchte mir an dieser Stelle das Motto des designierten Brander Bürgerprinzen Ingo für die interne wie externe Zusammenarbeit ausleihen: „Wir ziehen wieder alle an einem Strang!"

Weitere Informationen im Internet: www.erstegrossebranderkg.de

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