Alwin Fiebus: Ich bin durch und durch Karnevalist und ein Oecher Jong

Alwin Fiebus, der bekennende Oecher, Erzkarnevalist und Gastronom wird neuer Prinz Karneval von Aachen. Für seine Operation: „Zwanzig Elf" hat sich der 52-jährige einen 12-köpfigen Hofstaat und, im Hintergrund, ein Team mit vielen helfenden Händen zusammengestellt. oeche-alaaf.com sprach mit der künftigen Tollität. 


Herr Fiebus, Sie sind in Aachen vor allem als Gastronom bekannt, der auf vielen Plätzen, wie z.B. Katschhof, Bendplatz, und bei Veranstaltungen, wie der CHIO, mit seinem Geschäft vertreten ist. Außerdem gehört Ihnen das Restaurant „Pömm Pös". Wann haben Sie die Liebe zur Gastronomie entdeckt?

Das war schon sehr früh. Ursprünglich bin ich gelernter Elektriker. Mein Onkel Alois Thenen hat früher gebrannte Mandeln verkauft und da habe ich als Kind nach der Schule, auf dem Rummel, geholfen. Aus dem anfänglichen Spaß wurde ein Hobby und hat sich dann zum meinem Beruf entwickelt. 1980 wurde meine Tochter Nicci geboren und dann haben wir den Versuch gestartet uns mit einer kleinen Mandelbude am Kaiserplatz selbstständig zu machen. Dann hat sich das alles entwickelt. Früher hatte ich zusammen mit Matthias Erfort das „Pomm Pös" an der Gasborn, wo jetzt der „Königskeller" ist, und am Büchel das Tanzcafé Hollywood. Dann habe ich das „Pomm Pös" alleine gemacht und zwei Jahre später den „Apfelbaum" am Hühnerdieb übernommen, den ich dann 1999 wieder abgegeben hatte. 2004 habe ich im „Apfelbaum" wieder neu eröffnet.  

Als Gastronom in Aachen kommt man zwangsläufig mit dem Oecher Fastelovvend in Berührung. Ist das der Grund für Ihre Begeisterung für den Aachener Karneval?

Die Grundbegeisterung für das Brauchtum war schon immer da: als Kind sich kostümieren und dann die Züge besuchen. Zum organisierten Karneval in ich durch meinen Kegelclub bei uns in der Rudolfstrasse gekommen. Viele von meinen Kegelbrüdern waren bei der KG Oecher Jonge und dann bin auch ich durch diesen Kontakt 1984 dort Mitglied geworden. Ich war dann bis 1989 dort Mitglied und auch im Elferrat aktiv. Dann habe ich ein bisschen die Lust am organisiertem Karneval verloren,  bin dann 1992 in die Prinzengarde der Stadt Aachen eingetreten. 1995 war ich bei Prinz Horst Hermanns zum ersten Mal Mitglied in einem Hofstaat und dann findet man einfach Lust am Karneval. Der Oecher Fastelovvend lässt einen dann nicht mehr los. Ich bin durch und durch Karnevalist und ein Oecher Jong. Die Prinzengarde, die „Penn", der AKV - alles tolle Vereine und dann macht man immer weiter.

Was ist für Sie das Besondere am Oecher Karneval?  

Er macht mich einfach an. In Januar/Februar habe ich von beruflicher Seite her viel Leerlauf und dann versucht man, diese Zeit zu sinnvoll zu überbrücken. 1994 kam das Hofstaatangebot von Horst und es machte unheimlich viel Spaß. Und dann wird es immer mehr und man baut die ganze Sache für sich aus. Der Karneval gibt den Menschen viel, die ganze Karnevalsszene ist eine tolle Gemeinschaft. Noch mal: Karneval macht mir sehr viel Spaß. Ich weiß nicht, ob man das Lernen kann, vielleicht ist es auch angeboren. Bei mir ist es einfach so.

Eines Ihrer großen Projekte ist das Karnevalszelt auf dem Katschhof.

Mein erstes Zelt auf dem Katschhof habe ich 1995 aufgebaut. Die Idee stammt aus der Prinzregentschaft von Horst I. Hermanns. Otto Weißhaupt, Vize-Kommandant der Stadtgarde Oecher Penn, war ebenfalls Mitglied im Hofstaat und ich konnte dann gemeinsam mit der „Oecher Penn" meine Idee verwirklichen, den Aachener Straßenkarneval durch ein Festzelt auf dem Katschhof zu bereichern. In den abgelaufenen 16 Jahren hat sich das „Penn"-Zelt prächtig entwickelt und die ungebrochene Nachfrage seitens der Aachener Karnevalsfans hat dazu beigetragen, dass das Zelt gewachsen ist. Heute ist das Garderobenzelt größer als das erste „Penn"-Zelt anno 1995.

Wie war denn damals Ihre Reaktion, als Horst Hermanns für seinen Hofstaat bei Ihnen angeklopft hat?

Ich kannte den Horst schon einige Zeit aus der Prinzengarde und er war ja als Polizeibeamter auch auf dem CHIO tätig, wo ich mit meiner Gastronomie aktiv war. Er auf mich zu und hat mir das Angebot unterbreitet, dass ich bei ihm Mundschenk werde. Ich habe sofort zugesagt, konnte ich doch meinen Beruf mit meinem Hobby verbinden. Es war eine wunderschöne Zeit, mit tollen Menschen, wie z.B. Peter Jacobi, die ich nicht missen möchte - wie übrigens keine einzige Sekunde, die ich mit „meinen" Prinzen im Oecher Fastelovvend verbringen durfte.

In Sachen Hofstaat sind Sie in Aachen Rekordhalter. Konnten Sie nicht genug bekommen?

Wenn man in einem Hofstaat ist, mit vielen tollen und authentischen Menschen, dann entwickelt immer mal wieder ein Mitstreiter den Wunsch, selbst einmal Prinz zu werden. Beim Horst war es Hubert Pauquet, der 1998 Prinz wurde, und bei Hubert III. war es dann Josef Henkel, die dann die fixe Idee hatten, einmal Prinz zu werden. Ich habe dann immer in der Euphorie gesagt, dass ich dabei wäre. Und als es dann bei Hubert und Josef wirklich soweit war, habe ich meine Versprechen auch gehalten. Und bei Thomas I. Ebert waren es familiäre Bindungen. Es ist mit meiner Tochter Nicci zusammen und ich kenne Thomas durch seine Eltern seit über dreißig Jahren. Wenn ein so junger Mann in Aachen den Prinzen machen will, dann musste ich ihn einfach unterstützen. Da jeder Prinz auch karnevalistisch erfahrene Mitstreiter braucht, wurde ich bei meinen letzten drei Prinzen meiner närrischen Laufbahn als Hofstaatmitglied dann Adjutant.

Was ist bei Ihnen aus den vier Session in prinzlichen Hofstaaten hängen geblieben?

Man kann die Hofstaate nicht miteinander vergleichen. Da haben sich Freundschaften entwickelt, die bis heute anhalten. Jede Zeit für sich war schön, hat eigene Höhepunkte und schöne Ereignsse, an die man sich gerne zurück erinnert. Ich möchte keine Sekunde missen. 

Wie kam es denn jetzt zu Ihrer Bewerbung Prinz Karneval von Aachen zu werden?

Aus der großartigen Zeit mit Prinz Thomas ist der Wunsch erwachsen, nach vier Sessionen in Hofstaaten, selbst mal Prinz zu werden. Als Mitglied der Prinzengarde hatte ich zur Verfügung gestanden, wenn die Garde in ihrer Jubiläumssession zum 100. Geburtstag - der AKV hat ihr die Möglichkeit gegeben, den Prinzen zu stellen - keinen anderen Kandidaten gefunden hätte. Aber mit dem Dirk Trampen konnte ja der Vize-Kommandant als Prinz gewonnen werden, was eine tolle Sache war. Der Wunsch Prinz zu werden war immer noch wach und so habe ich mich beworben, im Jahr „Zwanzig Elf" Prinz zu werden. Und ich habe den Zuschlag bekommen, worüber ich mich sehr freue.

Wie können wir uns den Prinzen Alwin I. vorstellen?

Karneval muss vom Herzen kommen und das ist die Grundlage für unsere Vorbereitung. Alle meine Hofstaatsmitglieder sind bekannte Aachener Karnevalisten - viele von ihnen waren schon in Hofstaaten aktiv. Wir haben das Glück, etwas mehr Zeit für die Vorbereitung zu haben und man kann dann auch anders agieren. Mein Motto wird sein: „Jahrmarkt der Stars -Sengt met wenn ühr Oecher söd". Ich bin nicht die Einzelperson Prinz mit einem Hofstaat, sondern wir sind ein Team und ich habe die Rolle des Prinzen. Wir wollen im Aachener Karneval in den Sälen für viel Oecher Stimmung und gute Laune sorgen und wollen mit einigen frischen innovativen Ideen Akzente setzte. So werden wir einen „Kenger Orden" auflegen, den wir für eine Spende für mindestens 5 Euro abgeben. Geplant ist weiterhin der Benefiz-Abend „Prinz & Friends", der für den 14. Januar 2011 in der „Kappertz-Hölle", Hüttenstrasse, geplant ist. Die Reinerlös fließen der „Nele und Hanns Bittmann-Stiftung" zu. Wir werden in jedem Fall singen und wollen mit unseren Liedern die Stimmung im Saal hochhalten und stimmungstechnisch die Basis auch für das folgende Programm bilden. Wir haben uns da noch einige tolle Dinge einfallen lassen, die wollen wir aber noch nicht verraten.

Weitere Informationen über die designierte Tollität gibt es in Kürze auf seiner Homepage: www.oecherprinz.de/.             



Zurück zur Übersicht