Prinz Dirk IV.: Einmal Prinz in Aachen zu sein...

Der Höhepunkt einer traumhaften Session naht. Morgen beginnen mit Fettdonnerstag die fünf tollen Tage. Mittendrin Seine Tollität Prinz Karneval Dirk IV. (Trampen), der sich durch seine sympathische und natürliche Art in den bisher mehr als fünf Wochen dauernden Session seinen Weg in die Herzen der Öcher Fastelovvendsjecken gefunden hat. Prinz Dirk IV. zieht ein vorläufiges Resümée.


Wie erleben Sie zurzeit den Öcher Fastelovvend?

Dirk IV.: Es ist sehr schön. Ich habe so viel Sympathie und Anerkennung erfahren bei meinen Auftritten in Aachen. Die Oecher können toll Karneval feiern, sind sehr herzlich, sehr spontan und haben es mir und meinen Jungs bisher sehr leicht gemacht. Die Oecher geben uns das Gefühl, dass sie sich freuen, wenn sie uns und die Prinzengarde sehen, wenn wir in den Saal einmarschieren. Die Euphorie bei den Aachenern ist sehr groß. Wir und die Oecher Jecken sind offensichtlich froh, das wir gemeinsam Karneval feiern können. Die Stimmung in den Sälen, Pfarrheimen - eigentlich überall - war bisher grandios.

Sie und Ihr Hofstaat haben sich mehr als sechs Monate auf die Session vorbereitet. Hat es sich gelohnt?

Es lohnt sich immer, sich auf ein Ziel vorzubereitet und darauf hinzuarbeiten. Wenn man positive Resonanzen auf die Lieder, auf unserer Kostüme und auf unsere Präsentation bekommt, dann haben sich die Mühen und unser Engagement gelohnt. Es ist wie bei der Alemannia: Du bereitest dich auch auf ein Spiel vor und dann musst Du das, was Du eingesät hast auch ernten. Wir haben uns seit Juni auf diese schöne Zeit vorbereitet - es ist einfach toll, was hier derzeit mit uns passiert. 

Sie begleiten als Mitglied der Prinzengarde der Stadt Aachen seit mehr als zwanzig Jahren Aachener Prinzen. Ist Ihre Erfahrung der Ex-Prinzen in Ihre Vorbereitung mit eingeflossen? 

Ich hatte zwar meine eigenen Vorstellungen, aber mit Sicherheit wird man durch die Erfahrungen anderer Prinzen beeinflußt. Mein Hofstaat und ich haben gesagt, wir wollen authentisch bleiben, so wie wir uns auch geben und ich denke, dass ich mit dieser Einstellung gut gefahren bin. Ich habe meinen eigenen Stil durchgezogen. 

Es macht den Eindruck, dass Sie den hundersten Geburtstag der Garde ihrer Prinzregentschaft vorziehen.

Beides ist mir wichtig, weil beides für mich eine Herzensangelegenheit ist. Wenn man im normalen Karnevalsgeschäft Vize-Kommandant der Prinzengarde der Stadt Aachen ist, einmal im Leben Prinz der Stadt Aachen ist und dann die gesamte Garde als Unterstützung im Rücken hat, dann ist das ein gelebter Traum. Das freundschaftliche Verhältnis zum Kommandanten Markus Bongers und zu den meisten Gardisten macht die Prinzenzeit in dieser Konstellation für mich zu einer einmaligen Geschichte. Ich habe die vielen Auftritte, bei denen die Garde dabei war, ausgelebt und es erfüllt mich mit viel Stolz, dass ich Prinz dieser Stadt sein darf bzw. durfte.

Mehr als dreihundert Auftritte stehen nach Ihrer Proklamation auf der Tagesordnung. Wie kommst Du mit dem Stress zurecht?  

Stress ist die falsche Bezeichnung. Es gibt sicherlich viel zu tun, es ist anstrengend und es findet eine Reizüberflutung statt - aber es ist aus meiner Sicht nicht so anstrengend, dass man einfach so müde oder leer wird, dass man sagt: „Jetzt habe ich keine Lust mehr!". Das Strahlen in den Augen der Oecher motiviert und beflügelt mich, es entschädigt mich für alle Mühen, die dieses wunderbar und unvergleichliche Amt mit sich bringt. Ich fühle mich jetzt sechs Tage vor meiner Auskleidung überhaupt nicht müde. Im Gegenteil, es kommen jetzt noch so viele schöne Auftritte. Meine Jungs und ich sind völlig euphorisch.    

Macht sich bei Ihnen jetzt sechs Tage vor Aschermittwoch Wehmut breit?

Nein! Vorfreude auf Fettdonnerstag mit fast dreißig Auftritten, Rosenmontag und, ehrlich gesagt, auch wieder Freude darauf, nach der Beerdigung des Prinzen 2010 zu meiner Garde wieder zurückzudürfen. 

Aachen war in dieser Session neben der Stadtmitte auch in den Stadtteilen mit Prinzen bestens besetzt.

Für mich war es von vorn herein eine Herzensangelegenheit, mit den Narrenoberhäuptern der Stadtteile eine gute Chemie zu haben und eine Herzlichkeit auszustrahlen. Ich habe immer gesagt, das wir alle sind in Sachen Brauchtum unterwegs sind und da darf es überhaupt kein Neid oder Missgunst geben, sondern im Gegenteil, wir müssen uns gegenseitig unterstützen. Aus meiner Sicht haben wir das alle sehr gut umgesetzt. Es herrscht ein Herzlichkeit, die nicht gespielt ist. Das spiegelt sich ja auch in der gemeinsamen CD „Oecher Prinzen Hits 2010", die von „Öcher Fastelovvends Frönnden" gemacht wurde, und das gemeinsame Lied „Wir sind die Prinzen-Gang" wieder. Ich hoffe das unsere prinzlichen Nachfolger auch so eng zusammenrücken werden, wie wir es getan haben.   

Rosenmontag ist der absolute Höhepunkt des Karnevals. Auch für den Prinzen?

Ein ganz klares Ja! Erst mal wünsche ich mir sieben Sonnen am Öcher Himmel. In den letzten Jahren hat es am Rosenmontag genug Wasser von oben gegeben. Ich wünsche mir ganz viele jecke Leute am Straßenrand, viel Stimmung, viel Musik, viel Spaß und möglichst wenige sehr stark alkoholisierten Menschen, da ich das nicht mag.

Was können die Öcher Rosenmontag von Ihnen erwarten?

Mein Prinzenwagen hat neben der Besatzung eine Ladekapazität von 12 Tonnen, die wir auch voll ausnutzen werden. Im Notfall werfe ich meinen Hofstadt! Nein, im Ernst: Wir werden mehr als genug Leckereien für die Oecher Jecken und die Besucher aus anderen Städten Dank der tollen Unterstützung der Aachener Unternehmen Lambertz und Zentis an Bord haben. Ich hoffe nur, dass wir wirklich trockenes Wetter haben - damit steht und fällt unser Rosenmontag ist Aachen.  

Was macht Dirk IV. ab Aschermittwoch?

Ich werde nicht in ein schwarzes Loch fallen, sondern einfach nur dankbar sein und all das emotional verarbeiten, was während meiner dann abgelaufenen Prinzenzeit passiert ist. Ich freue mich darauf, wieder mehr Zeit für meine Familie zu haben und kehre wieder zurück zur Prinzengarde der Stadt Aachen.    



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