Dirk Trampen – Mein Stichtag ist Freitag, 8. Januar 2010

Dirk Trampen wird in der kommenden Karnevalssession 2010 Prinz Karneval von Aachen. Für den 49-jährigen gibt es zusätzlich ein doppelten Grund, dies ausgiebig mit den Öcher Jecken zu feiern: Er ist seit 2 x 11 Mitglied der Prinzengarde der Stadt Aachen, die im Jahr 2010 ihren 100. Geburtstag feiert. Oche-alaaf.com sprach mit der designierten Tollität über ihr bevorstehendes Prinzenamt.


Wie sind sie als gebürtiger Hesse zum Karneval gekommen?

Das liegt daran, dass meine Eltern nie karnevalsverrückt waren. Aber ernsthaft: Meine Mutter hat mich vor vielen Jahrzehnten zur Karnevalsveranstaltung „Frau und Kultur" mitgenommen hat, wo eine Riesenrutsche stand. Das hat mich karnevalistisch vorgeprägt, weil meine Mutter auch froh war, mich sehr agilen Jungen mich damit erst mal unter Kontrolle halten zu können. Das waren die ersten Erinnerungen an Karneval. Heute moderiere ich die Veranstaltung selbst - und dass seit genau elf Jahren. 

Was bedeutet für Sie Karneval?

Karneval bedeutet für mich, das Brauchtum den Menschen nahe und näher zu bringen. Man sieht, wenn man zu älteren Menschen kommt oder in Seniorenheime geht, wie das Strahlen einsetzt und man den Senioren dort Spaß bereitet. Dass ist für mich unter anderem ein sehr angenehmer „Nebeneffekt", den Karneval zu pflegen. Das gilt natürlich auch für die Kameradschaft innerhalb der Prinzengarde. Karneval ist gesellschaftlich im Rheinland eine schöne Sache, für die es sich einfach lohnt, aktiv zu werden und auch zu bleiben. 

Seit  2 x 11 Jahren sind Sie Mitglied der Prinzengarde der Stadt Aachen.

Bubbi Hirtz, der ehemalige Präsident von Alemannia Aachen, war damals beim Tennis mein Ziehvater und mein Coach, wie Ion Tiriac für Boris Becker. Durch ihn habe ich Horst Herrmanns kennen gelernt, der ist und war ja ein absoluter „Karnevalsjeck", der mich dann in die Garde gelotzt hat. 1988 bin bei Prinz Burkhard I. Janser mal mitgegangen und dann habe ich soviel Spaß gehabt, dass ich ein Jahr später, unter dem Prinzen Rolf II. Braun, unserem heutigen Schatzmeister, offiziell als Prinzengardist mitgelaufen bin. Peter Offermanns hat mich damals in die Prinzengarde geholt. Ich werde nie vergessen, als er gesagt hat: „Er ist ein guter Tennisspieler, hat aber nichts mit reiten zu tun". Dann habe ich mich notgedrungen auf ein Pferd gesetzt, reiten gelernt und bin schon ein Jahr später, sehr zur Freude von Peter Offermanns, bei der Fuchsjagd der Garde mitgeritten. Das war ein persönliches Anekdötchen, bei dem ich Blut und Wasser geschwitzt und viel gelacht habe, weil da auch viele Kuriositäten passiert sind.

„Einmal Prinz zu sein..." - ein großer Wunschtraum?

Ach, was heißt Wunschtraum? Wenn man mehr als 20 Jahre mit der Garde die Aachener Prinzen begleitet hat, überlegt man schon das ein oder andere Mal, ob das was für mich ist. Eigentlich habe ich nie so scharf drüber nachgedacht. Jetzt wo die Prinzengarde der Stadt Aachen hundert Jahre alt wird, ist es - in Anführungszeichen - an mir hängen geblieben. Ich denke jetzt, wenn man sich da immer mehr mit auseinander setzt, ist es ein sehr schöner Gedanke, im Jubeljahr der Prinzengarde Karnevalsprinz der Stadt Aachen zu werden.

War denn für die Garde bzw. für Sie als Vize-Kommandant immer klar, dass im Jubiläumsjahr ein Prinzengardist Aachener Karnevalsprinz wird?

Ja! Wir sind an den Aachener Karnevals Verein (AKV) mit diesem Wunsch herangetreten, der diesem Wunsch mit viel Wohlwollen gegenüberstand. Nachdem wir dann vom AKV grünes Licht bekommen haben, war und ist es schon ein schönes Gefühl, in der Jubiläumssession den Prinz stellen zu dürfen.  

Wie ist es letztendlich dazu gekommen, dass die Wahl auf Sie gefallen ist?

Nachdem wir vom AKV grünes Licht bekommen hatten, das ein Prinzengardist Prinz Karneval wird, haben wir uns in unseren Reihen mal umgeschaut, wen wir dem AKV denn als Prinz vorschlagen könnten. Mein Vorgänger im Amt als Vize-Kommandant, Josef Esser, hat letztendlich den Löwenanteil daran, dass ich jetzt diese Interview führe, weil er irgendwann mal gesagt hat, warum ich es nicht selbst machen würde. Er hatte für sich das Prinzenamt nicht mehr in Betracht gezogen und als wir Rosenmontag gemeinsam auf dem Wagen des Prinzengarde standen, haben wir uns in die Hand versprochen, dass wir uns gegenseitig unterstützen würden. Und jetzt hat sich der Elferrat des AKV für mich entschieden und Josef Esser wird - was absolut großartig ist - mein Adjutant.

Was fällt Ihnen spontan zu dem Gedanken ein, dass Sie am 8. Januar 2010 zu Prinz Karneval von Aachen proklamiert werden?

Eigentlich kaum zu glauben, ich kann es auch jetzt noch nicht so richtig fassen. Das ist alles so weit weg und auch wieder so nah, weil ich mich jetzt mit dieser Thematik und mit den Vorbereitungen sehr intensiv auseinandersetzen muss. Ich kann mir das jetzt noch nicht vorstellen, in einem Prinzenkostüm auf der Bühne zu stehen. Ich glaube ich habe jetzt schon Lampenfieber, wenn ich nur daran denke.

Aber für Sie ist es doch nichts Neues, denn Sie waren doch in der Session 2003 als Adjutant von Marcus I. Quadflieg ganz nah einem Prinzen dran.

Wie die organisatorischen Dinge abzulaufen haben, weiß ich ganz genau. Nein, es ist einfach die Sache, das es passen muss. Man möchte das Bestmögliche auf die Beine stellen und nachher hofft man natürlich, dass es auch funktioniert. Da muss man natürlich noch hart dran arbeiten, aber ich weiß ja auch Menschen im Hofstaat und in meinem Umfeld, die mich kräftig unterstützen werden.

Sie begleiten seit 20 Jahren mit der Prinzengarde die Aachener Prinzen...

Ich ziehe vor jedem Prinzen den Hut, der dieses Amt ausübt und der sich im Sinne des Brauchtums Gedanken darüber macht. Der organisatorische wie private Dinge in den Hintergrund gestellt hat, um für die Stadt Aachen der Prinz der jeweiligen Session zu sein. Für mich haben alle Prinzen, die ich miterlebt habe, ihr Sache toll gemacht. Jeder Prinz für sich - da zieh' ich den Hut vor.

Heute sind Sie als designierter Narrenherrscher vorstellt worden - und jetzt beginnt die Vorbereitung.

Welche Lieder mein Hofstaat und ich singen werden und wie mein prinzliches Motto lauten wird, dass steht noch nicht fest. Zunächst einmal werde ich Menschen um mich versammeln, die als mein Hofstaat mit mir die „Operation: Prinz" stemmen werden. Fest steht Gustl Brammertz als mein Hofmarschall, mit dem ich bei Prinz Marcus I. Quadflieg gemeinsam im Hofstaat war, Josef Esser als mein Adjutant, sowie Egon Klein und Sebastian Schumacher. Wenn die Mannschaft steht, beginnen die Planungen für das Prinzenspiel, kümmern uns um die Kostüme, wir wählen unsere Lieder, sowie das Motto aus. Für den Entwurf meines Ordens wird Josef Esser zuständig sein, der schon seit vielen Jahren die Orden für die Prinzengarde mit viel Bravour erledigt.  



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