Ein pfiffiger Pastor und ein frecher Friseur

23.01.2018 - „Ich hatte vor meiner ersten Gala-Sitzung schon Respekt und war nervös“, gesteht Jörg Lies, neuer Kommandant der Prinzengarde „Brander Stiere“. Aber nach dem Eigenpro- gramm mit den Tänzen von Tanzmarie Charlotte Terkatz und Tanzpaar Jil Gerards und Timo Zeevaert sowie ein Vortrag von Comedian Hastenrath's Will verflog die Nervosität und Lies führte charmant und locker durch das hochkarätige Programm.

Bei der Gala-Sitzung im Karnevalszelt, das im Vergleich zum vergangenen Jahr kürzer ausgefallen ist, wurde ausgelassen Brander Fastelovvend gefeiert, gesungen, geschunkelt und gelacht. Programmgestalter Marco Wagner war es einmal mehr gelungen, ein homogenes und abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen, das ein besonderes Flair versprühte und die Sitzung zu einem Ereignis machte.

Nach dem Auftritt des Brander Bürgerprinzen Wil I., der mit seinen Prinzenliedern die Bühne rockte und Akzente setzte, erklärte der in Köln lebende US-Amerikaner John Doyle zwerchfellerschütternd den Unterschied zwischen Deutschland und Amerika, deutschen und amerikanischen Staatsbürgern. Herrlich!

Nachdem die Newcomer-Band Kleinstadt-Rokker aus Nettetal das Brander Karnevalszelt samt Publikum mit bekannten Party- und Stimmungsliedern so richtig aufgemischt hatte, versprühte die in voller Mannschaftsstärke angetretene KG Prinzengilde Eschweiler-Bergrath rheinisches Karnevalsflair. Publikumsliebling an diesem lauschigen-launigen Abend allerdings war Lieselotte Lotterlappen. Die „schrille Alte mit Herz“ - so ihre eigene Umschreibung - motivierte das eh gut aufgelegte Brander Publikum mit ihrem Klagelied über die Männerwelt zu Begeisterungsstürmen.

Für den singenden Friseur Tim Toupet hätte es ein ganz normaler Arbeitstag werden können. Wie gewohnt turnte er im Saal über Tische und Stühle, bis eine Stimme ihn darauf aufmerksam machte, dass er auf dem Stuhl von Pastor Freyaldenhoven steht. Auf die Frage des Malle-Stars „Wer sind sie denn?“ tobte nach der Antwort „Ich bin der Pastor“ das ganze Zelt und ein ungeplantes aber gelungenes Zwiegespräch zwischen Toupet und dem Pastor entstand.

Durch die Schlagfertigkeit des volkstümlichen in Brand beliebten Gottesmannes hat Tim Toupet immer wieder das Nachsehen. Tim Toupet wollte ihn mit der Aussage foppen, das Freyaldenhoven froh wäre, vor so vielen Menschen zu sprechen. Freyaldenhoven trocken: „Ich habe doppelt so viele Besucher jeden Sonntag in meinem Hochamt.“ Außerdem solle er sich vorstellen, einen katholischen Sportverein zu gründen. Das müsse er sich nicht vorstellen, das sei in Brand schon Realität: Die DJK Raspo Brand mit 1.500 Mitgliedern. Das Publikum war völlig begeistert und feierte sowohl seinen Pastor als auch Tim Toupet, der Ralf Freyaldenhoven gleich zum nächsten Auftritt mitnehmen wollte.

Für weitere Stimmung im Zelt sorgten die „Stierchen“ und die „Alten Kameraden“ der „Brander Stiere“ sowie die Rock'n'Roll-Band The wild Bubbin' Baboons.


(Text: Aachener Zeitung/230118/GerdSimons)



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